Methodismus, was ist das?
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John Wesley, ein Engländer wider alle sozialen
Missstände
Vor rund 250 Jahren treffen sich Studenten in England regelmäßig zum Bibellesen und Gebet.
Sie unterstützen Arme und Kranke und machen Besuche bei Strafgefangenen. Wegen ihrer
konsequenten Haltung werden sie bald als "Methodisten" verspottet.
Auch der spätere Dozent und anglikanische Priester John Wesley
(1703 -1791 / siehe Bild rechts) gehörte
der Gruppe an. Er spürt die Herausforderung des christlichen Glaubens für alle
Menschen. Da immer weniger Menschen in die Kirchen kommen, fängt er an unter freiem
Himmel und auf öffentlichen Plätzen zu predigen. Immer mehr Menschen lassen sich
so vom Evangelium begeistern.
John
Wesley sammelt die Menschen in so genannten "Klassen". Er engagiert sich für die
Rechte der Industriearbeiter und Sklaven. Kinder, die zum Teil schon mit 5 Jahren bis zu
12 Stunden täglich und mehr in Fabriken und Bergwerken arbeiten mussten, wurde in
methodistischen Sonntagsschulen anhand biblischer Texte das Lesen und Schreiben
beigebracht, um sich einmal selbst aus diesem sozialen Abseits befreien zu können.
Aus dieser methodistischen Bewegung erwächst auf den britischen Inseln und später
in den amerikanischen Kolonien eine Bewegung, die sich mit der Reformation in Europa
vergleichen lässt.
In den Vereinigten Staaten von Amerika kommen auch deutschsprachige Auswanderer mit der
gerade entstandenen Kirche in Kontakt. Einige gehen als Missionare in ihre alte Heimat Deutschland zurück und
gründen hierzulande methodistische Gemeinden.
Die Evangelisch-methodistische Kirche ist eine evangelische Freikirche. Wer sich bewusst zum Glauben
an Jesus Christus bekennt, kann sich in unsere Kirche als Mitglied aufnehmen lassen. In
Deutschland gibt es ca. 65.000 Glieder und Angehörige der Evangelisch-methodistischen Kirche. Weltweit
zählen wir rund 60 Millionen Methodisten. Finanziert wird unsere Gemeindearbeit und die ganze Kirche durch
freiwillige Beiträge und Spenden. Wie
die Bezeichnung "evangelisch" in unserem Namen signalisiert, haben wir keine
Sonderlehren. Wichtig ist uns das gemeinsame Bekenntnis: "Wir glauben an Jesus
Christus". Glauben und Handeln lässt sich dabei nicht trennen. Gerne arbeiten
wir auch mit anderen, christlichen Kirchen zusammen.
Gegründet wurde die
Gemeinde in Lahr 1864 durch den Reiseprediger Christian
Raith.

Die erste Kapelle
mit Wohnung wurde am Pfingstmontag 1877eingeweiht (heuteKähnergässle 2,blaues Haus- gegenüberder AOK- siehe linkes Bild).

Neunundzwanzig Jahre später, am
Ostermontag 1906 wurde gleich nebenan (heute Kähnergässle 1),
die Zionskapelle bzw. später dann »Zionskirche«
eingeweiht.
Prediger Müller schrieb damals in seinem Einweihungsbericht in der
Kirchenzeitschrift »Der Evangelist«:
»Möge
die Kapelle ein Ort sein, in welchem immer wieder Seelen gerettet und glücklich
werden in Jesus!«
Für
gut 100 Jahre war dies der Fall. Im November 2003 hat die Kirchengemeinde die
Zionskirche verkauft, die seither als Wohnhaus genutzt wird.
Von
diesem Zeitpunkt an bis Mai 2006 durfte die Gemeinde dann im Evangelischen
Gemeindehaus in Mietersheim zu Gast sein, worin das gute, ökumenische
Miteinander zum Ausdruck gekommen ist.

Am
Sonntag, den 21. Mai 2006 durften wir dann hier die
Einweihung des Gemeindezentrums
feiern und sind seither im Königsberger Ring zu Hause.
Gerne
schließe ich mich den Worten von Prediger Müller an, die er vor über 100 Jahren
im Blick auf die Zionskirche geschrieben hat:
»Möge
unser Gemeindezentrum ein Ort sein, an dem immer wieder Menschen zum lebendigen
Glauben an Gott finden und in Jesus Christus glücklich werden.«