"So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!"
Hosea 12,7 - Monatsspruch Juli 2010
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Ein mahnendes Wort begleitet uns durch diese vor uns liegenden Wochen. Der Prophet Hosea hat im 8. Jahrhundert vor Christus im Auftrag Gottes im nördlichen Königreich Israel gewirkt. In einer Zeit, in der das Vertrauen in Gott immer kleiner und die sozialen Missstände immer größer wurden.
Um vorwärts zu kommen und erfolgreich zu sein, war man nicht zimperlich in der Wahl der Mittel, sei es im religiösen, wirtschaftlichen oder sozialen Bereich.
Dass dabei Beziehungen zerstört wurden, spielte keine Rolle, zumindest bei den Menschen. Sehr wohl aber bei Gott. Wo die Beziehung zu Gott und zu Menschen achtlos beschädigt oder gar zerstört wird, droht der Untergang. Darum auch immer wieder die Aufrufe Gottes, mit denen er sein Volk aufrütteln wollte. Schonungslos zeigt er durch seine Propheten das Unrecht und die daraus resultierenden Konsequenzen auf; aber auch liebevoll rufend wirbt er um das Herz seines gleichgültigen Volkes.
So auch durch Hosea im Monatsspruch Juli: »So bekehre dich nun zu deinem Gott.« heißt es in der ‚Lutherübersetzung’. Die ‚Revidierte Elberfelder Bibel’ gibt diesen Aufruf in den Worten » Ja, du darfst mit Hilfe deines Gottes zurückkehren!« wider.
Umkehr ist nicht nur Aufforderung, sondern vor allem ein Geschenk.
Oftmals werden sehr lange Strecken auf dem falschen Weg zurückgelegt - siehe der verlorene Sohn im Gleichnis Jesu in Lukas 15 - bis endlich die Erkenntnis eintritt, dass es so nicht weitergeht. Doch was nützt die größte und richtigste Erkenntnis, wenn es gar keine Möglichkeit zur Umkehr gibt. Wie fatal ist es, wenn man erkennt, dass es so nicht weitergehen kann, es aber keine Chance auf einen Neubeginn gibt. Gott sei Dank, dass Gottes Möglichkeiten ganz andere sind, als die unsrigen. Und Gott sei Dank ist es Gottes Herzensanliegen, uns einen Neubeginn bei ihm zu ermöglich.
Wie ein roter Faden ziehen sich die Berichte von Menschen durch die Bibel, denen Gott die Umkehr ermöglicht hat - Zachäus, Paulus und der ‚verlorene Sohn’ aus dem Gleichnis Jesu in Lukas 15, um nur einige zu nennen. In allen diesen Berichten wird deutlich, dass Umkehr Heimkehr zu Gott bedeutet. In Jesus Christus wendet sich Gott der Menschheit zu, die sich von ihm abgewandt hat. Und wer sich ihm wieder zuwendet, hat die ausgestreckte und liebende Hand Jesu vor Augen. Wer zu Gott umkehrt, wird von ihm angenommen. Wer zu Gott umkehrt, der hat das Leben und wird zu dem, wozu er bzw. sie von Gott bestimmt ist. Umkehr hat Auswirkungen, denn das Leben erfährt Veränderung im Denken und Handeln. Wer bei Gott zuhause ist, wird von ihm geprägt.
Darum geht es in unserem Vers aus Hosea 12 auch weiter: »… halte fest an Barmherzigkeit und Recht…«
Wer Gottes barmherzige Liebe erfahren hat, wessen Herz sie füllt und verändert; wer Gottes Vergebung erlebt hat, die ihm einen Neubeginn ermöglich, der lebt und handelt anders als zuvor. Gottes Handeln an der eigenen Person wird zum Maßstab und zur Motivation für das eigene Handeln an anderen. Die Liebe zu Menschen, auch bzw. gerade zu denjenigen, die noch nicht umgekehrt sind, als auch Geradlinigkeit, Barmherzigkeit und Echtheit prägen einen solchen Menschen.
Und noch etwas sagt uns der Prophet Hosea: »… und hoffe stets auf deinen Gott!«
Die Umkehr und Heimkehr zu Gott kommen nur dann zu ihrem Ziel, wenn täglich die Verbindung zu Gott gepflegt wird. Der ältere Sohn im Gleichnis Jesu in Lukas 15 war bei seinem Vater zuhause geblieben - doch eine vertrauensvolle Beziehung hat er dennoch nicht gepflegt. Schade, denn so gehen die Freude und die Freiheit des Glaubens verloren und Unzufriedenheit kehrt ein.
Darum sagt uns Hosea: Hoffe stets auf deinen Gott - oder in anderen Worte »vertraue ihm«.
Das wünsche ich uns für die vor uns liegende Sommer- und Ferienzeit von ganzem Herzen:
Dass wir bei Gott zuhause sind und täglich die Beziehung zu ihm pflegen und genießen. Das wird sich auswirken in unserem Leben.
Ich grüße Sie / Euch sehr herzlich
Michael
Löffler